Zahndurchbruchsphasen

Mit dem Begriff Zahndurchbruch (lat. Dentition), auch Zahnen oder Zahnung genannt, wird der Durchtritt der Zähne aus dem Kiefer in die Mundhöhle beschrieben.
Der Zahndurchbruch verläuft beim Menschen in zwei Phasen: In der ersten Phase entwickelt sich das Milchgebiss, in der zweiten Phase das bleibende Gebiss.

Zahndurchbruch im Milchgebiss

Die schon im Embryo angelegten Milchzähne brechen beim Kind zwischen dem sechsten und dreißigsten Lebensmonat durch. Zwanzig Milchzähne bilden dann bei einem etwa 2 ½-jährigen Kind das vollständige Milchgebiss. In jedem Quadranten erscheinen zwei Schneidezähne, ein Eckzahn sowie zwei Backenzähne, die genauso wie die bleibenden Zähne mit Zahnwurzeln im Kiefer verankert sind.

Dabei erfolgt der Zahndurchbruch in der Regel zuerst im Unterkiefer mit den mittleren Schneidezähnen. Dann folgen die Schneidezähne im Oberkiefer, bevor die restlichen Zähne beider Kiefer von vorne nach hinten sichtbar werden – als Letzter der zweite Milchbackenzahn.

Der Durchbruch eines Zahnes ist für das Kind oft unangenehm oder sogar schmerzhaft und kann sich mit Sabbern, Appetitlosigkeit, erhöhter Temperatur und dem Herumkauen auf Fingern und Gegenständen ankündigen.

Das Milchgebiss wird bis zum sechsten Lebensjahr genutzt. Damit die bleibenden Zähne die Milchzähne aus dem Kiefer herausschieben können, werden die Zahnwurzeln der Milchzähne vom Körper abgebaut; nur die Zahnkrone bleibt übrig und fällt heraus.

Zahndurchbruch im bleibenden Gebiss

Die Zeit zwischen Milchgebiss und vollständigem bleibenden Gebiss wird auch als Wechselgebiss bezeichnet. Sie erstreckt sich vom sechsten bis zum vierzehnten Lebensjahr. Das Wachstum von Körper und Gesichtsschädel und damit die Größenverhältnisse von Ober- und Unterkiefer sind jetzt so weit fortgeschritten, dass die großen bleibenden Zähne genug Platz im Kiefer haben.

Der Durchbruch der bleibenden Zähne beginnt mit dem ersten bleibenden Backenzahn – dem sog. 6-Jahr Molar – meistens schon vor dem Verlust des ersten Milchschneidezahns. Da er hinter dem letzen Milchbackenzahn steht, wird er von den Eltern häufig mit einem verspäteten Milchzahn verwechselt.

Der Durchtritt der weiteren bleibenden Zähne geschieht zwischen dem sechsten und vierzehnten Lebensjahr, auch diesmal wieder von vorne nach hinten, also beginnend von den Schneidezähnen bis zu den Mahlzähnen. Eine Ausnahme bilden im Oberkiefer die ersten Backenzähne, die noch vor den Eckzähnen durchbrechen.
Auch jetzt schieben sich die unteren Zähne in der Regel immer etwas früher heraus als die jeweiligen oberen Zähne.

Das bleibende Gebiss ist etwa bis zum 14. oder 15. Lebensjahr durchgebrochen, meistens aber noch ohne die Weisheitszähne. Dieser jeweils dritte Backenzahn (dritter Molar) in jedem Quadranten erscheint bei den meisten Menschen erst ab dem 17. Lebensjahr oder bricht gar nicht durch und bleibt im Kiefer liegen. Manchmal fehlt diese Zahnanlage auch völlig. Weisheitszähne zeigen häufig eine Abweichung von ihrer anatomischen Wuchsform und Wurzelanzahl.

Ein komplettes bleibendes Gebiss besteht aus 32 Zähnen. In jedem Quadranten stehen acht Zähne:

  • zwei Schneidezähne (Incisivi) mit scharfen Kanten zum Abbeißen der Nahrung
  • ein Eckzahn (Caninus) zum Festhalten und Abreißen der Nahrung
  • zwei kleine Backenzähne oder Vormahlzähne (Prämolaren) mit kleinen Mulden und Höckern zum Erfassen und Zerkleinern der Nahrung
  • zwei große Backenzähne oder Mahlzähne (Molaren) zum feinen Zerkleinern der Nahrung
  • ein Weisheitszahn.

Sowohl Zeitpunkt als auch Reihenfolge des Zahnwechsels sind individuell sehr verschieden und können zum Teil deutlich von den Durchschnittsangaben abweichen.
Bei jedem Verdacht auf eine fehlerhafte Entwicklung von Zähnen und Kiefer sollte jedoch ein Besuch bei einem Kieferorthopäden erfolgen.